Behandlung:

Zur Zeit wird von Bieneninstitut Celle folgende Vorgehensweise empfohlen:

April  Imkerliche Maßnahmen:
Dronenbrut schneiden /Ableger bilden
Mai
Juni
Juli Kontrolle des natürlichen Milbenfalls
August Kurzzeitbehandlung mit Ameisensäure
September Ruhephase für die Bienen
Oktober Anfang Oktober Ameisensäurebehandlung
November Kontrolle des natürlichen Milbenfalls
Dezember Winterbehandlung der brutfreien Völker mit Oxalsäure

Erstellung von Jungvölkern und Ablegern:

Bei der Erstellung von Brutwabenablegern , entnimmt man den Völkern verdeckelte Brutwaben, auf diese Weise bekommt man junge Völker für das nächste Jahr, und man entnimmt so auch wieder einen Teil der Milben aus den Altvölkern, Diese Milben können in den Altvölkern sich nicht mehr weiter vermehren. Die erstellten Jungvölker sollte man behandeln sobald die junge Königin mit dem legen beginnt. Eine Möglichkeit ist die recht einfache Behandlung mit Milchsäure.

Behandlung mit Ameisensäure Anfang August: (In den ersten 2 Wochen)

Hier in unseren Breiten hat sich die Behandlung mit der Schwammtuchmethode bewehrt. Man benötigt ein Schwammtuch ca. 20 X 20 X0,5cm groß, möglichste gekühlte 60% Ad.us.vet Ameisensäure. Das Tuch wird mit 2 ml pro besetzte Waben mit der Säure getränkt. Dazu das Schwammtuch auf eine säurefeste Unterlage legen und am besten mit einer Spritze die benötigte Menge Säure in die Mitte des Tuches auftragen. Dann die Bienen mit einen Rauchstoß von den Oberträgen zurückdrängen und das Tuch direkt auf die Oberträger legen. Danach mit einer Plastikfolie gegen den Beutendeckel abdichten.

Angewendet werden sollte Ameisensäure nur bei passenden Wetter, trockene Luft und Temperaturen nicht über 25°c. Eine Hilfe ist hier das Varroawetter vom  Bieneninstitut in Rheinlandpfalz

Bei schwachen Befall wendet man dieses Verfahren einmal vor dem Auffüttern an, gefolgt von 2 weiteren Behandlungen nach dem Auffüttern.

Bei starken Milbenbefall wird 2 mal vor dem Auffüttern behandelt und 2 mal nach dem Auffüttern. Der Abstand zwischen den Behandlungen sollte 3-5 Tage betragen. Die verwendeten Schwammtücher erst gut trocknen lassen, bevor sie wiederverwendet werden. 

Nach 24 Stunden sollte man die Schwammtücher aus den Völkern entfernen, da sie sonst sehr schnell verkittet werden.

Im September sollte das Auffüttern beendet sein, in dieser Zeit lässt man die Bienen in Ruhe so dass sie in Ruhe die Winterbienen nachziehen können.

Ende September wird noch einmal der Milbenfall kontrolliert, unter Umständen ist Anfang Oktober noch eine Behandlung notwendig. 

Winterbehandlung in der Brutfreien Zeit:

Die Winterbehandlung stellte die letzte Möglichkeit vor Beginn der Frühtracht die Bienen zu behandeln da. Die Behandlung muss bis zum 31.12 erfolgen. Danach ist eine Behandlung an Völker die zur Honigernte dienen nicht mehr erlaubt.

Die Winterbehandlung kann mit Oxal- oder Milchsäure durchgeführt werden.

Träufelbehandlung mit Oxalsäure: Dazu werden 5-6ml 3,5% Oxalsäure in jede Bienenbesetzte Gasse geträufelt, die Anwendung ist nur einmal möglich und sollte in keinem Fall wiederholt werden. Zu diesem Zweck gibt es fertige Lösungen auf dem Markt (Oxuvar).

Bei der Milchsäurebehandlung wird jede Wabenseite mit Bienen mit ca. 8 ml. 15% Milchsäure besprüht..

Eine Winterhandlung sollte durchgeführt werden, wenn im November/Dezember der natürliche Milbentotenfall >1 Milbe/Tag ist.

Zugelassene Mittel in Deutschland:

Wirkstoff Vorteile: Nachteile Handelsbezeichnungen

60 % Ameisensäure ad. us vet.

Wirkt auch in die Brut, keine Rückstände im Wachs und im Honig bei Einhaltung der Sperrfristen. vermutlich keine
Resistenzbildung
kostengünstig
einfach 
Wirksamkeit recht Wetterabhängig 60% Ameisensäure ad. us. vet
MAQS Strips
Formivar
15 % Milchsäure ad us. vet. keine Rückstände im Wachs und im Honig bei Einhaltung der Sperrfristen. keine Giftigkeit
(Lebensmittel-Qualität)
gute Bienenverträglichkeit
Wirkt nur im brutfreien Volk 15 % Milchsäure ad us. vet.
Oxalsäure keine Rückstände im Wachs und im Honig bei Einhaltung der Sperrfristen. Wirkt nur im brutfreien Volk Oxalsäuredihydrat 3,5% ad us. vet.
Oxuvar
Thymol Gute Bienenverträglichkeit  Thymolanreicherung
in Wachs und Honig  Geruchsbelästigung  
Apiguard
Thymovar
Api Live Var

Es gibt noch Behandlungsmittel der chemischen Industrie, genannt seit hier Perizin®, Bayvarol® und Apitraz®, bei allen Stoffen ist es bisher zu Resistenzen bei den Milben gekommen, Des weiteren bauen sich diese Gifte nicht ab, sondern reichern sich im Bienenwachs und Propolis an. Das Institut Hohenheim warnte jüngst vor dem Einsatz von Amitraz, da die Wirksamkeit unzureichend ist.

Fazit: Die organischen Säuren haben sich bewährt, und sind auch in der Bioimkerei zugelassen.